10.8.2026

TYPO3-Update zu teuer? Was die Kosten wirklich treibt

Ein TYPO3-Major-Update kostet selten wegen des Cores Geld, sondern wegen der Extensions.

TYPO3-Update zu teuer? Was die Kosten wirklich treibt

Kurzantwort: Ein TYPO3-Major-Update kostet selten wegen des Cores Geld, sondern wegen der Extensions. Der Core lässt sich weitgehend automatisiert aktualisieren; jede individuell entwickelte oder nicht mehr gepflegte Extension muss dagegen einzeln geprüft, angepasst oder ersetzt werden. Deshalb schwanken Offerten für dasselbe „Update" zwischen überschaubar und der Grössenordnung eines Neubaus.

Wer nicht aktualisieren will, kann über Extended Long Term Support (ELTS) der TYPO3 GmbH verlängern — für TYPO3 v12 ab 3’200 Euro pro Jahr und Instanz. Das verschafft Zeit, löst aber nichts. Dieser Artikel zeigt, was den Preis treibt, welche drei Optionen es gibt und wann ein Systemwechsel die günstigere Antwort ist.

Updates sind kein Abzock-Modell

Vorweg, weil es oft anders dargestellt wird: Die Kosten für TYPO3-Updates entstehen nicht, weil jemand daran verdienen will. Sie entstehen aus der Architektur.

TYPO3 ist ein modulares System, in dem Inhalte, Darstellung und Funktionen eng verzahnt sind. Zwischen zwei Major-Versionen ändern sich nicht nur einzelne Codezeilen, sondern Schnittstellen, auf denen Extensions und Templates aufbauen. Wer eine Version überspringt, sammelt diese Änderungen auf. Dazu kommen Abhängigkeiten ausserhalb von TYPO3 selbst — PHP-Versionen, Datenbankversionen, Serverumgebung.

Und TYPO3 pflegt seine Versionen ausgesprochen lange und transparent. Der Wartungsplan ist öffentlich, die Fristen sind Jahre im Voraus bekannt. Das ist mehr Planbarkeit, als viele proprietäre Systeme bieten.

Das Problem ist also nicht der Anbieter. Das Problem ist, dass ein Kostenblock in Zyklen wiederkehrt, der im Budget selten dafür vorgesehen ist.

Was den Preis wirklich treibt

Wer eine Offerte für ein TYPO3-Update erhält, sollte wissen, woraus sich die Summe zusammensetzt. Die Bandbreite kommt fast vollständig aus vier Posten:

Die Kostentreiber

  • Individuell entwickelte Extensions: Der grösste Einzelposten. Jede Eigenentwicklung muss auf die neue Version portiert und getestet werden. Wer sie vor Jahren extern hat bauen lassen und den Code nicht mehr betreut, zahlt hier am meisten.
  • Nicht mehr gepflegte Community-Extensions: Wenn eine Extension für die neue Version nicht mehr weiterentwickelt wird, gibt es drei Wege: ersetzen, selbst übernehmen oder die Funktion streichen. Alle drei kosten.
  • Templates und Frontend: Ändern sich Rendering-Konzepte, muss das Frontend angefasst werden — teilweise erheblich.
  • Umgebung und Abhängigkeiten: Neue PHP-Version, angepasste Serverkonfiguration, Datenbankmigration. Meist der kleinste, aber nie ein Nullposten.

Der wirksamste Einzelschritt vor jeder Entscheidung ist eine Extension-Inventur. Wie viele Extensions sind installiert? Wie viele davon werden aktiv weiterentwickelt? Wie viele sind Eigenbau? Wie viele werden tatsächlich benutzt? Erst diese Liste macht eine Offerte beurteilbar — und erklärt, warum zwei Auftritte mit derselben Seitenzahl um den Faktor fünf auseinanderliegen können.

Der Wartungszyklus im Überblick

Stand August 2026. Die Fristen ändern sich mit jedem Release-Zyklus — für den jeweils aktuellen Stand ist der offizielle Wartungsplan von TYPO3 massgeblich.

  • TYPO3 v12 LTS: Kostenloser Support bis 30. April 2026 — ausgelaufen
  • TYPO3 v13 LTS: Kostenloser Support bis Dezember 2027
  • TYPO3 v14 LTS: Kostenloser Support bis 30. Juni 202

Wichtig zur Einordnung: TYPO3 unterstützt jeweils die aktuelle und die vorangehende LTS-Version. Wer heute auf v13läuft, ist bis Dezember 2027 versorgt und hat keinen akuten Handlungsdruck. Betroffen sind Installationen auf v12 und älter — dort gibt es seit Ende April 2026 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr.

Ein öffentlich erreichbares CMS ohne Sicherheitsupdates zu betreiben, ist keine Option. Wer auf v12 oder älter läuft, muss also entscheiden.

Die drei Optionen — ehrlich bewertet

Option 1: Update auf die aktuelle LTS-Version

Der Standardweg, und in den meisten Fällen der richtige. Die Kosten hängen an der Extension-Landschaft, nicht an der Seitenzahl. Ein Auftritt mit wenigen Standard-Extensions ist gut kalkulierbar.

Sinnvoll, wenn: die Installation gepflegt ist, überwiegend Standard-Extensions im Einsatz sind und das System die Anforderungen abdeckt.

Option 2: ELTS buchen

Extended Long Term Support der TYPO3 GmbH liefert Sicherheits- und Kompatibilitätsupdates für bis zu vier Jahre nach dem regulären Supportende. Für TYPO3 v12 beginnt der Preis bei 3’200 Euro pro Jahr und Instanz; Mitglieder der TYPO3 Association erhalten je nach Stufe zwischen 25 und 45 Prozent Rabatt.

Sinnvoll, wenn: ein Relaunch bereits beschlossen und terminiert ist und ELTS die Lücke bis dahin überbrückt. Oder wenn mehrere Auftritte gebündelt migriert werden sollen und Zeit gebraucht wird.

Nicht sinnvoll als Dauerlösung. ELTS ist eine Verlängerung, keine Antwort — bei mehreren Instanzen summiert sich der Betrag schnell auf die Grössenordnung des Updates, das man vermeiden wollte. Und am Ende steht dieselbe Entscheidung.

Option 3: Systemwechsel

Sinnvoll, wenn das Update ohnehin einen Grossteil der Extensions und des Frontends berührt. Dann vergleicht man nicht Update gegen Migration, sondern Neubau gegen Neubau — und in dieser Rechnung sieht ein Systemwechsel oft anders aus als erwartet.

Der zweite gute Grund ist ein anderer: wenn dieselben Inhalte heute mehrfach von Hand gepflegt werden. Eine Veranstaltung, die im CMS steht, dann nochmals im Newsletter-Tool, nochmals auf Social Media und nochmals auf dem Bildschirm im Foyer — dieser Aufwand fällt jede Woche an, während Update-Kosten alle paar Jahre anfallen. Wer nur die Update-Rechnung betrachtet, übersieht den grösseren Posten.

Nicht sinnvoll, wenn genau eine Website betrieben wird, alles funktioniert und die Extension-Landschaft überschaubar ist. Dann ist das LTS-Update fast immer günstiger.

Was ein Wechsel realistisch bedeutet

Damit die Rechnung ehrlich bleibt: Ein Systemwechsel ist kein kostenloser Ausweg.

Für eine mittlere Unternehmens- oder Verwaltungswebsite mit einigen hundert Seiten sind drei bis sechs Monateanzusetzen. Redaktionelle Inhalte, Bilder und Dokumente lassen sich strukturiert übernehmen — der Aufwand liegt beim Neubau des Frontends und bei der Definition des Inhaltsmodells. Fachanwendungen, die heute als TYPO3-Extension laufen (Buchungen, Formularstrecken, Verzeichnisse), sind kein CMS-Thema und müssen einzeln bewertet werden.

Und ein Punkt, der bei Systemwechseln regelmässig zu spät bedacht wird: die Weiterleitungen. Eine vollständige 301-Redirect-Map von den alten Pfaden auf die neuen URLs entscheidet darüber, ob die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit erhalten bleibt. Sie gehört vor den Go-live, nicht danach.

Wie sich das Modell bei Flyo unterscheidet

Flyo ist ein gehosteter Dienst. Die Weiterentwicklung läuft fortlaufend und ist im Abonnement enthalten: keine Major-Versionen, die einzeln migriert werden müssen, kein auslaufender Support, keine kostenpflichtige Verlängerung. Sicherheitsupdates werden zentral eingespielt, ohne dass die Kundschaft etwas tun muss.

Das ist kein „günstiger", sondern anders verteilt: Statt eines wiederkehrenden Projektkostenblocks alle paar Jahre zahlt man laufend ein Abonnement. Über die Gesamtlaufzeit kann beides ähnlich viel kosten — planbar ist nur das eine davon.

Der Unterschied, der in der Praxis stärker wiegt, betrifft ohnehin nicht die Updates: Inhalte werden in Flyo einmal zentral gepflegt und automatisiert auf Website, Newsletter, Social Media und Bildschirme ausgespielt. Wer heute nur eine Website betreibt, gewinnt dadurch wenig. Wer vier Kanäle von Hand pflegt, spart dort mehr als bei jedem Update.

Und um fair zu bleiben: Es gibt gute Gründe, bei TYPO3 zu bleiben — sehr differenzierte Freigabeprozesse, Mandantenfähigkeit über viele Auftritte, ein grosser produktiver Extension-Bestand oder Open Source als Beschaffungsvorgabe. Welches System wann passt, steht im direkten Vergleich: Flyo vs. TYPO3.

Fazit

Wenn jede Update-Offerte weh tut, ist das ein Signal — aber nicht zwingend eines für einen Systemwechsel. Die richtige Reihenfolge:

  1. Extension-Inventur machen. Wie viele Extensions, wie viele Eigenbau, wie viele werden tatsächlich genutzt? Das ist die Grundlage jeder Entscheidung.
  2. Update-Offerte gegen Neubau-Offerte stellen. Nicht gegen das Gefühl, dass ein Neubau teurer wäre.
  3. Den Pflegeaufwand mitrechnen. Nicht nur die Update-Kosten alle paar Jahre, sondern die Stunden, die jede Woche in mehrfach gepflegte Inhalte fliessen.

Kommt dabei heraus, dass das Update die günstigere Lösung ist: machen. Kommt heraus, dass es ohnehin einem Neubau nahekommt — dann lohnt der Blick auf die Architektur dahinter.

Wir machen dein Content Management effizient

Sende uns eine Nachricht per WhatsApp. Wir freuen uns!